Wie digital ist der Mittelstand wirklich? Wo geht die Reise hin und wie setzt man eine Digitalisierungsstrategie auf?

Wie zahlreiche Studien belegen, ist die Digitalisierung im Mittelstand noch stark ausbaufähig. Mittlerweile hat die überwiegende Mehrheit der mittelständischen Unternehmen die Digitalisierung jedoch als Chance begriffen. Laut einer Pressemitteilung von EY geben zwei von drei Unternehmen dieser Größe an, dass digitale Technologien für das eigene Geschäftsmodell inzwischen eine mittelgroße bis sehr große Rolle spielen bzw. die digitale Transformation den eigenen Markt verändert. Trotz dieser Einschätzung sind jene Unternehmen, die über eine digitale Roadmap verfügen und diese konsequent umsetzen, noch bei weitem in der Minderheit. Hierbei konnten deutliche Unterschiede zwischen stark wachsenden und größeren Mittelständlern einerseits und kleineren mittelständischen Unternehmen andererseits festgestellt werden. 

Einige erfolgreiche Unternehmen nutzen längst die Chancen, die ihnen digitale Technologien bieten. So stellen sie beispielsweise die Lieferanten- und die Kundenbeziehungen konsequent auf digitale Technologien um und schaffen es damit, ihre Marktposition auszubauen. Laut einer Digitalisierungsstudie von EY erkennen mittelständische Unternehmen besonders den Vertrieb als Chancenbringer der Digitalisierung, 80% schreiben ihren Vertriebskanälen erhebliche Bedeutung zu. Auf der anderen Seite warten immer noch viele Unternehmen ab und zögern die notwendigen Investitionen hinaus. Die ausbleibende Digitalisierung bei diesen Unternehmen kann sich schnell rächen. Im schlimmsten Fall ist sogar die Existenz in Gefahr, wenn die Unternehmen den Anschluss an den Wettbewerb verlieren oder wenn unerwartet neue Konkurrenten mit digitalen Lösungen auftauchen und etablierte Geschäftsbeziehungen gefährden.

Als Gründe für das Zurückhalten werden insbesondere:

  • fehlende Fachkräfte (IT Spezialisten, Data Scientists, Programmierer)
  • fehlende Expertise über die Möglichkeiten, Technologien und Vorgehen sowie
  • eingeschränkte finanzielle Mittel

genannt.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation? 

Digitalisierung im engeren Sinn ersetzt veraltete, langsame oder auch analoge Prozesse durch schnelle und vor allem automatisierte Computer-Systeme. Digitalisierung ist somit die Automatisierung von Geschäftsprozessen. Durch den Einsatz von IT und die Automatisierung von Abläufen beispielsweise im Büro, in der Kommunikation oder in der Produktion können Effizienzsteigerungen erzielt werden, Margen und Produktivität gesteigert werden und Kosten reduziert werden. Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen führt somit zu einer ständigen inkrementellen Innovation bzw. Verbesserung in Unternehmen. 

Digitale Transformation ist der Wandel eines Unternehmens von einem klassischen Geschäftsmodell zu einem Unternehmen mit digitalem Geschäftsmodell. Durch den Einsatz neuester digitaler Technologien werden Produkte und Dienste angepasst, erweitert oder ersetzt. So entstehen neue digitale Produkte und Dienstleistungen. Digitale Transformation führt natürlich auch zur deutlichen Veränderungen im Unternehmen. Gerade bei weitgehenden organisatorischen Change Prozessen kann es auch zu Widerstand unter den Mitarbeitern oder dem Management kommen. 

Digitalisierung per se ist kein neues Phänomen. Informationstechnologie wird bereits seit vielen Jahren dazu eingesetzt, Prozesse, Produkte und Services im Unternehmensumfeld digitaler zu machen. Neu ist allerdings, dass sich durch die zunehmende Rechenkapazität von Computern und Netzwerkgeschwindigkeiten ganz neue Möglichkeiten ergeben. Enorme Datenmengen können in Echtzeit verarbeitet werden und ermöglichen technische Revolution wie autonomes Fahren.

Durch die Nutzung von neuen technologischen Möglichkeiten im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz, Machine Learning, Robotics, Augmented und Virtual Reality, IoT, Industrie 4.0, Blockchain entstehen völlig neuartige Services, Produkte und ganze Geschäftsmodelle. Auch der Ausbau des 5G Standards ermöglicht weitreichende Zukunftschancen für den digitalen Mittelstand.

Wie setzt man eine Digitalisierungsstrategie am besten auf? 

Bei Digitalisierung geht es also nicht nur um einen Trend, sondern darum eine klare Vorstellung und Strategie zu formulieren, wie das Unternehmen mit seinen Stärken und Kernkompetenzen zukünftig am Markt erfolgreich agieren kann. 
Die digitale Transformation eines Unternehmens einzuleiten ist ein weitreichender Change Prozess der alle oder zumindest weite Teile des Unternehmens erfasst. Wer die Transformation zum Mittelstand 4.0. wirklich schaffen möchte muss ganzheitlich denken und eine ausgefeilte Digitalisierungsstrategie entwickeln. Aber wie setzt man nun so eine Strategie am besten auf? 

1. Wo stehen wir jetzt?

Ausgangspunkt ist die Erfassung des Status Quo. In dieser Phase wird analysiert, wo das Unternehmen im Bezug auf die Digitalisierung steht. Es wird die aktuelle Situation vor dem Hintergrund der grundsätzlichen technologischen Möglichkeiten ermittelt. Dafür kann man auch entsprechende Werkzeuge im Bereich Geschäftsprozess- und Geschäftsmodellanalyse zur Unterstützung heranziehen. IT Architektur bzw. IT Bebauungsplan werden erhoben. Natürlich ist es in dieser Phase auch wichtig, einen genauen Blick auf die internen digitalen Kompetenzen zu werfen und entsprechendes Potenzial zu erfassen. 

2. Wo wollen wir hin?

Ist der Status quo definiert sowie auszuschöpfende Potenziale lokalisiert, kann man damit beginnen, eine auf das Unternehmen zugeschnittene Digitalisierungsstrategie zu entwerfen. Dabei ist es entscheidend, entsprechende Ziele und Prioritäten zu setzen. In dem Kontext stellen sich Fragen wie 

• welche Zielgruppe möchte man mit welchen konkreten digitalen Werkzeugen
   erreichen?
• welche Prozesse optimieren?
• welche Tools in das Unternehmen eingliedern?
• welche bestehenden Systeme vernetzen oder ersetzen?
• welche Ergebnisse bzw. Effekte sollen damit erzielt werden?
• in welchen Bereichen sollen eigene Kompetenzen aufgebaut werden?
• an welchen Stellen sollen Partner bzw. Dienstleister hinzugezogen werden?

Nach Beantwortung dieser Fragen entsteht ein relativ klares Bild wohin der Weg führen soll. Die wichtigsten Ziele sind definiert und wichtige Schritte in Richtung digitale Transformation gemacht. 

3. Welche Bereiche wollen wir verändern? 

Stellt man nun den Status Quo den gesetzten Zielen gegenüber, zeigt sich schnell in welchen Bereichen Veränderungen notwendig sind um diese Ziele zu erreichen. Zentrale Handlungsfelder entstehen. Anfangs sollte man sich auf jene Bereiche konzentrieren, die den größten Geschäftswert versprechen bzw. wo die Hebelwirkungen für das eigene Geschäft am größten ist. Dabei gilt als Wegweiser, die Kunden Touchpoints in das Zentrum der Überlegungen zu stellen. Davon ausgehend kann man sich den anderen Kernprozessen entlang der Wertschöpfungskette widmen. Im Grundsatz gilt Qualität vor Quantität. In diesem Schritt werden auch die Verantwortlichkeiten festgelegt und Überlegungen angestellt was intern oder durch externe Unterstützung umgesetzt werden soll. Bei der Entscheidung make or buy sollte man sich unter anderem intensiv mit der Fragestellung auseinandersetzen in welchem Bereich das Kerngeschäft und die Kernkompetenzen liegen.

4. Wie setzen wir das Projekt am besten auf? 

Nachdem nun erfolgreich definiert ist welche Bereiche digitalisiert werden sollen und wer dafür verantwortlich ist, gilt es jetzt die Roadmap aufzusetzen. In diesem Schritt bringt man die unterschiedlichen Digitalisierungsprojekte auf eine Zeitleiste und definiert entsprechende Meilensteine. Besonders spannend ist es an diesem Punkt Quick Wins zu identifizieren, um die Umsetzung zu erleichtern. Hier greifen dann die Techniken aus dem Projekt bzw. Programm Management.

5. Wie führen wir die Digitalisierungsstrategie erfolgreich aus? 

Im letzten Schritt geht es um die konkrete Umsetzung der Roadmap. Wichtig dabei ist im Blick zu haben, dass die Digitalisierungsstrategie ein lernendes System ist. Erkenntnisse aus den einzelnen Schritten können und sollten immer wieder überprüft, geschärft oder auch geändert werden. Die Anwendung von agilem, inkrementellen Vorgehen ist daher unbedingt notwendig um die gewünschte Ergebnisse zu erzielen und das Unternehmen erfolgreich zu digitalisieren. 

So gelingt der digitale Wandel in den Mittelstand 4.0. - einige nützliche Tipps

Damit Sie die digitale Transformationsstrategie in Ihrem Unternehmen etwas einfacher umsetzten können, haben wir einige praktische Tips für zusammengefasst.  

  1. Die digitale Transformation ist Chefsache 
  2. Beschäftigen Sie sich mit agilen Methoden und agilem Leadership
  3. Beteiligen Sie Ihre Mitarbeiter und formen sie diese zu kleinen, effektiven, funktionsübergreifenden Teams
  4. Entwickeln Sie gemeinsam mit Partnern/Kunden digitale Lösungen
  5. Stellen Sie Kunden und Markt in den Mittelpunkt
  6. Wenden Sie Design-Thinking und Methoden zur Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen an
  7. Arbeiten Sie mit MVPs und nach Lean Startup
  8. Machen Sie mehr aus Ihren Daten - und sammeln sie diese! 
  9. Bauen Sie digitale Kompetenzen auf und nutzen Sie externe Experten

Wichtig ist also für den Mittelstand digitale Lösungen zu entwickeln, die agil sind und den Kunden in den Mittelpunkt stellen. Auch wenn Sie bereits digitale Kompetenzen im Unternehmen haben, sollten Sie sich einen externen Experten suchen der Sie in diesem Prozess voll und ganz unterstützen kann. Dann steht Ihrer Transformation in den Mittelstand 4.0. nichts mehr im Wege.  

Wir bei Objectbay verstehen und als Ihr Digitalisierungs-Partner im Kontext Individual Software. Von der Idee zum fertigen Produkt, wir liefern end2end und unterstützen unsere Kunden

  • bei der Modernisierung oder Erweiterungen bestehender digitaler Lösungen
  • beim Ablösen veralteter Individual Software durch neue Frameworks
  • bei der Entwicklung völlig neuer digitaler Produkte, Services und Anwendungen

 

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