Impact Mapping ist eine strategische, kollaborative und durch eine spezielle Mindmap visuell unterstützte Planungstechnik in der Softwareentwicklung. Sie soll dabei helfen das zu entwickelnde Produkt an einem übergeordneten Organisationsziel auszurichten.

Impact Mapping geht auf Gojko Adžić zurück, der mit seinem 2012 verfassten Buch “Making a Big Impact with Software Products and Projects” zu einem besseren Verständnis und effektiveren Zusammenarbeit zwischen Fachabteilungen und IT beigetragen hat.

Es ermöglicht in weiterer Folge die Priorisierung der Deliverables (Epik, User Stories, Features, Product Backlog) nach ihrem Beitrag zum Geschäftswert bzw. zur Zielerreichung. Darüber hinaus hilft es auch zu erkennen, welche Features oder User Stories nicht zur Zielerreichung beitragen. Impact Mapping ist somit auch eine Technik um Features, die keinen Mehrwert bieten in der Produktentwicklung zu vermeiden. Es unterstützt die Maximierung des Outcomes und somit des Business Impacts. Das Ergebnis ist ein leichtgewichtiges Produkt mit maximalen Nutzen.

Impact Maps helfen Entwicklungsteams, Product Ownern und Stakeholdern, Produkt Roadmaps zu visualisieren. Also zu erklären, wie Deliverables mit den Bedürfnissen der Anwender zusammenhängen und darzustellen, wie sich diese auf übergeordnete Organisationsziele beziehen. Für den Erfolg eines zu entwickelnden Produktes ist es essentiell, dass alle an der Produktentwicklung beteiligten Personen (Product Owner, EntwicklerInnen-Team und Stakeholder) den Nutzen der Software verstehen. 

Impact Mapping ist eine schnell und einfach durchzuführende, visuelle und teamorientierte Technik, die es ermöglicht Menschen mit unterschiedlichen Rollen und Hintergründen einzubinden, versteckte Annahmen transparent zu machen und wichtige Produktentscheidungen zu dokumentieren.

 

 

 

Aufbau einer Impact Map

Es wird eine Mindmap aufgebaut, die aus 4 verschiedenen Elementen besteht. Jedes der Elemente stellt eine spezielle Fragestellung dar.

Ziel (Goal)

Warum machen wir das? (Why)

Das Ziel ist das zentrale Elemente der Impact Map. Es gibt an, was wir zu erreichen versuchen, welches Problem gelöst werden soll bzw. was der Bedarf ist.

 

Akteur (Actor)

Wer wird davon betroffen sein? (Who) 

Die Aktoren sind diejenigen, die notwendig sind, um das Ziel zu erreichen. Wer profitiert oder verliert durch die Entwicklung des Produktes? Wer wird durch das Produkt positiv oder negativ beeinflusst, wer hat Interesse an der Entwicklung, wer nimmt Einfluss auf das Ergebnis und wer setzt die Ziele um?

 

Auswirkung (Impact)

Wie werden die Akteure beeinflusst? (How)

Die Auswirkungen geben an, wie die Akteure (Buyer Persona) die Ziele erreichen können. Die Frage nach den Auswirkungen adressiert die eigentlichen „Impacts“ und beleuchtet das Verhalten der Akteure.

 

Leistung (Deliverable)

Was muss gemacht werden, um die Auswirkungen unterstützen zu können? (What) 

Die zentrale Überlegung ist, was getan werden muss, um das “How” erreichen zu können? Typische Fragestellungen dabei sind: Wie erreicht man diese Auswirkungen? Welche Ergebnisse führen zu einer Auswirkung? Welche Anforderungen müssen für eine Auswirkung erfüllt werden? Die Ergebnisse sind somit die Aktivitäten, die erledigt, oder die Epics, User Stories, Anforderungen etc., die umgesetzt werden müssen, um das Geschäftsziel zu erreichen.

 

Impact Map Aufbau

 

Beispiel Impact Map

Zur Verdeutlichung folgendes einfaches Beispiel!

Das Ziel ist es, eine Millionen User für eine fiktive Software Plattform zu gewinnen. Die betroffenen Akteure sind die vorhandenen User und die internen Mitarbeiter. Wie können nun die bereits vorhandenen Anwender mehr User generieren und somit helfen, das Ziel zu erreichen?

Zum Beispiel durch das Einladen von Freunden oder das Teilen eines Links auf anderen Plattformen. Was muss entwickelt werden, damit ein User seine Freunde einladen kann? Zum Beispiel eine Funktion zum automatischen Einladen der Freunde aus dem Kontaktbuch.

 

Impact Map Beispiel

 

Tipps zur Umsetzung einer Impact Map

  • Wenden Sie bei der Formulierung des Ziels (das Warum) die SMART Regeln an. Zumindest soll das Ziel terminiert und messbar sein.
  • Seien Sie mutig und lassen Sie daher Deliverables fallen, die keinen Impact liefern bzw. nicht zum Ziel beitragen. Schließlich soll Ihr Produkt den Impact maximieren und dabei möglichst leichtgewichtig werden.
  • Konzentrieren Sie sich auf jene Verhaltensänderungen, die die größte Auswirkung auf die Benutzer Ihres Produkts haben.
  • Vergessen Sie nicht Akteure und deren Verhalten, die die Zielerreichung verhindern oder negativ beeinflussen könnten.
  • Stellen Sie das Team, das die Impact Map erarbeitet, cross-funktional auf. Personen aus unterschiedlichen Bereichen bringen ihre individuelle Sichtweise, Erfahrungen und Kenntnisse bezüglich Ziele, Akteuren, Auswirkungen und Ergebnisse ein und verbessern somit die Impact Map.
  • Durchlaufen Sie Ihre Impact Map mehrfach um Ihre Annahmen zu überprüfen und alternative Wege vom Geschäftsziel zu den Deliverables und retour zu identifizieren.
  • Bei der Festlegung von Akteuren, Auswirkungen und Ergebnissen sowie den Verknüpfungen handelt es sich erstmalig um Hypothesen, die erst getestet werden müssen. Bevor Sie also sichergehen können, dass diese Annahmen tatsächlich auf das Ziel einzahlen, müssen diese zunächst validieren, das heißt bestätigt oder widerlegt werden.

 

Fazit

Impact Mapping ist eine einfache und gute Technik, um den Nutzen und die Wirkung einer Software besser verstehen zu können. Außerdem stellt es sicher, dass das zu entwickelnde Produkt bzw. die Deliverables in ein übergeordnetes Organisationsziel einzahlen und vermeidet damit die Entwicklung von “wertlosen” Featuren.

Nur durch das Verständnis aller Parteien (Product Owner, EntwicklerInnen-Team, Stakeholder), warum die Software so gebaut werden soll, wie geplant, kann die Entwicklung bzw. das daraus entstehende Produkt erst richtig erfolgreich sein. Darüber hinaus entstehen bei der Entwicklung einer Impact Map bereits die ersten groben User Stories für die Umsetzung. 

Die geringen Vorkenntnisse und die leichte und kurze Lernphase dieses Ansatzes machen das Impact Mapping zu einem Werkzeug, welches man im Bereich Produktentwicklung im Werkzeugkasten haben sollte.


Weitere Informationen, Tipps und Tricks, Einsatz von Impact Mapping mit anderen Methoden und Techniken (OKR, Lean Canvas, User Story Mapping, etc.) finden Sie auf impactmapping.org.

 


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